Grundstilart „Halbkaskade“
- Denis Eckert
- 29. Aug. 2024
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Die „Halbkaskade“ (auf Japanisch „Han-Kengai“) ist eine der klassischen Grundstilarten in der Bonsai-Kunst. In diesem Stil wächst der Baum nach unten, jedoch nicht bis unter den Boden des Bonsai-Gefäßes, was ihn von der vollständigen Kaskade (Kengai) unterscheidet.
Charakteristika der „Halbkaskade“ (Han-Kengai):
• Stammlinie: Der Stamm wächst zunächst aufrecht oder leicht geneigt nach oben, bevor er in einer Biegung nach unten abfällt. Die Krümmung des Stammes kann sanft oder stark ausgeprägt sein, wobei der Baum typischerweise über den Rand des Gefäßes hinauswächst, aber nicht darunter reicht.
• Gefäß: Der Baum wird in einem relativ hohen Gefäß (oft eine tiefe Schale) gepflanzt, um Platz für die nach unten wachsenden Teile des Baumes zu bieten.
• Astverteilung: Die Äste sind gleichmäßig verteilt, um das Gleichgewicht des Baumes zu unterstützen. Einige Äste wachsen horizontal oder leicht nach oben, während andere der Neigung des Stammes folgen.
• Krone: Die Spitze des Baumes bleibt normalerweise oberhalb des Gefäßrandes, während die unteren Zweige in Richtung des Gefäßbodens wachsen.
• Symbolik: Dieser Stil symbolisiert oft Bäume, die an Steilhängen oder Klippen wachsen und unter den Einflüssen von Wind, Schnee oder der Schwerkraft in diese Form gebracht wurden. Er spiegelt die natürliche Tendenz eines Baumes wider, in Richtung Licht zu wachsen, auch wenn die Bedingungen schwierig sind.
Die „Halbkaskade“ ist ein ausdrucksstarker Stil, der sowohl Kraft als auch Anmut zeigt. Er stellt eine Herausforderung für den Bonsai-Gestalter dar, da das Gleichgewicht zwischen der Schwerkraft, dem Wachstum und der Ästhetik gewahrt werden muss.





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